Viele Kultmarken sind heute Geschichte

On 22. Juli 2013, in Allgemein, by Birgit

Einige deutsche Kultmarken, die für Innovationen und Fortschritt standen sind plötzlich in der Versenkung verschwunden. Kultstatus hatten unter anderem Kodak, Neckermann, AOL und Agfa. Jetzt sieht es so aus, als wäre der TV-Gerätehersteller Loewe der nächste Kandidat. Das Unternehmen steckt tief in den roten Zahlen und hofft auf Rettung durch einen Investor. Telefunken war eine Traditionsmarke deren Ära 2005 endete. Heute ist ein türkisches Unternehmen im Besitz der Lizenz. Grundig, ebenfalls ein großer Hersteller von Unterhaltungselektronik ist Mitte der 2000er Jahre von der Bildfläche verschwunden. Das Gründerunternehmen gibt es heute zwar nicht mehr, aber die Marke lebt als Grundig Elektronik weiter.

Kodak präsentierte die erste Digitalkamera

Kodak ist dem harten Wettbewerb zum Opfer gefallen und meldete im Januar 2012 Insolvenz an. Mitte der 70er Jahre hat Kodak die erste Digitalkamera präsentiert. Die Technik wurde allerdings von der Konkurrenz in Asien weiterentwickelt. Um die Jahrtausendwende begann der Abstieg des Traditionsunternehmens. Über 70 Jahre gehörte die Firma zu den 30 im Dow Jones gelisteten Unternehmen. Da der Kurs der Aktie zuletzt jedoch unter einem Dollar lag drohte die New Yorker Börse mit dem Ausschluss. Nun sind zehn Investoren damit beschäftigt ein neues und größeres Rettungspaket zu schnüren, um Kodak den Weg aus der Insolvenz zu ebnen. Agfa hat den Sprung ins Digital-Geschäft auch nicht geschafft und musste wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden. Lizenzen für die Nutzung der Marke AgfaPhoto wurden ins Ausland verkauft.

Neckermann und Quelle waren jahrzehntelang erfolgreich

Neckermann hat vor einem Jahr Insolvenz angemeldet, weil der amerikanische Investor Suncapital nicht noch mehr Geld in das Geschäft pumpen wollte. Ein Konzept auf das sich Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter geeinigt hatten sah Suncapital als nicht tragfähig an. Das Aus für den Versandhausriesen Quelle wurde 2009 verkündet, nachdem kein Investor gefunden wurde. Das 1927 gegründete und jahrzehntelang erfolgreiche Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Eine Tochter vom Otto Versand bietet seit August 2011 unter www.quelle.de und dem früheren Logo Waren an. Die Markenrechte an Quelle hält Otto. Schlecker ist ebenfalls Geschichte, denn der Drogerie-Discounter musste Insolvenz anmelden, weil kein Investor gefunden wurde.

Hummer – der Protz-Geländewagen

Der Internetkonzern AOL war das Synonym für Web- und E-Mail-Dienste und mit über 30 Mio. Kunden weltweit Mitte der 2000er Jahre der größte Internet-Anbieter der Welt. Nachdem aber andere Online-Dienste auf den Markt preschten war es mit dem Erfolg vorbei. DSL-Verbindungen und Flatrates machten AOL das Leben schwer und heute erinnert kaum noch etwas an den Web-Giganten aus den 90er Jahren. Der Hummer, zuerst ein Militärfahrzeug der US-Armee, kam 1992 als zivile Version auf den Markt und stammte von AM General Corporation. Die Marke wurde von General Motors gekauft und war vor allem bei Stars beliebt. Ins Zeitalter der Öko-Mobile passte er mit seinen bis zu 30 Litern Verbrauch auf 100km allerdings nicht. Die Stars wollten ihn nicht mehr und Otto Normalverbraucher konnte ihn sich auch nicht leisten, deshalb wurde die Produktion 2010 eingestellt.

Bildquelle: © Michael Mertes (Aristillus) / pixelio.de

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