ProSieben Sat.1 – das Apple-Pendant

On 11. Juli 2013, in Allgemein, by Birgit

Turnaround – wer das hört denkt vermutlich an Apple, aber beeindruckende Aktienstorys gibt es auch in Deutschland. Am Frankfurter Aktienmarkt hat ProSieben Sat.1 die bemerkenswerteste Turnaroundstory hingelegt. So ein Börsenwunder gab es am Frankfurter Aktienmarkt seit langem nicht mehr. Die Anteilsscheine von ProSieben Sat.1 notierten im Mai 2009 bei 88 Cent. Jeder der sich damals die Aktie ins Portfolio gelegt hat und natürlich auch durchgehalten hat besitzt heute einen Anteilsschein von fast 35 Euro.

Die spektakuläre Wende

Die Anteilseigner Permira und KKR haben allerdings zu früh gekauft. Vom ägyptischen Investor Haim Saban übernahmen sie 2006 die Mehrheit für drei Milliarden Euro, zu Kursen von 28 Euro. Damit haben sie dem Münchner Medienkonglomerat zuerst einmal eine milliardenschwere Schuldenlast aufgedrückt. Im Zuge der weltweiten Finanzkrise folgte ein spektakulärer Absturz. Dadurch stürzte ProSieben Sat.1 zum Pennystock ab und wurde an den Rand der Handlungsfähigkeit gedrückt. Zeitweise haben die Nettogewinne nicht ausgereicht, um die Zinslast des Schuldenberges zu begleichen. Dem 2009 verpflichteten Konzernchef Thomas Ebeling ist die spektakuläre Wende gelungen. Permira und KKR konnten ihr Investment wieder in den grünen Bereich steuern. Außerdem gelang es durch den Verkauf vom skandinavischen Senderportfolio sowie TV-Aktivitäten in den Benelux-Staaten die Schuldenlast von ProSieben Sat.1 zu reduzieren.

Permira und KKR wollen aussteigen

Premira und KKR halten noch 53 Prozent an ProSieben Sat.1. Nach der Börsenrallye wollen die Investoren Kasse machen und erwägen bereits seit einiger Zeit aus der Sendergruppe auszusteigen. Angeblich wurde die US Bank JP Morgan bereits vor Monaten beauftragt, die Durchführbarkeit von verschiedenen Ausstiegs- und Verkaufsszenarien zu prüfen Zu den potentiellen Interessenten gehörten unter anderem Axel Springer, Time Warner und Rupert Murdochs News Group. Da angeblich keiner der deutschen Interessenten über die Kaufkraft und den Willen für ein Übernahmeangebot signalisiert hat, wird über einen Ausstieg an der Börse nachgedacht. Wenn die Private Equity-Investoren ihre Anteile an der Börse versilbern fällt zusätzliche Kursfantasie weg. Im Gegenteil, den heißgelaufenen Anteilscheinen droht eine Verkaufswelle.

Bildquelle: ©rabe / pixelio.de

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