Griechenland-Anleihen erleben Comeback

On 18. Mai 2013, in Allgemein, by Birgit

Vor einem Jahr haben die als gefährlich geltenden griechischen Staatspapiere die Anleger noch abgeschreckt. Nun sind die Anleihen wieder gefragt. Erweist sich das eventuell als Strohfeuer? Ihren Tiefpunkt haben die Anleihen längst durchschritten. Der Kurs für zehnjährige Papiere ist im Sommer vergangenen Jahres unter 15 Prozent gerutscht. Der Kurs hat sich seitdem auf über 60 Prozent erholt. Die Renditen sind zwar gefallen, liegen aber dennoch bei 8,59 Prozent.

Weiterhin Hilfe von Euro-Rettungsschirm

Für das hochverschuldete Griechenland bedeutet das, dass es sich zumindest theoretisch billiger refinanzieren kann. Abgesehen von sehr kurzläufigen und bezüglich des Volumens eher kleinen Anleihen, bleibt Griechenland weiterhin von einer Refinanzierung am Anleihemarkt abgeschnitten. Nach Angaben der Regierung soll Griechenland erst im nächsten Jahr an den Kapitalmarkt zurückkehren. Für Griechenland ist es günstiger die Hilfe vom Euro-Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen, als den Anleihegläubigern hohe Zinsen zu bezahlen. Der positive Trend bei den Anleihen weckt trotzdem ein bisschen Hoffnung für die Volkswirtschaft. Einige Experten sind der Meinung, dass sich eine Erholung Griechenlands abzeichnet. Die Rating-Agentur-Fitch hat die Bonitätsnote hochgesetzt. Die Heraufstufung wurde von Fitch mit den Fortschritten begründet, die Griechenland bei der Sanierung der Staatsschulden macht. Der Abbau des Haushaltsdefizits ist erfolgreich und das Risiko vom Euro-Austritt ist gesunken.

Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit

Hilfsprogramm für Griechenland

Hilfsprogramm für Griechenland

Da sich die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands verbessert und die Lohnstückkosten weiter sinken lässt zudem der Anreiz nach, die Wettbewerbsfähigkeit über die Rückkehr zu einer billigen Drachme zu erhöhen. Der Abzug der Spareinlagen bei griechischen Banken ist gestoppt und im Verlauf des Jahres wird eine Normalisierung der griechischen Wirtschaft erwartet. Falls sich die Zypern-Krise weiter zuspitzt, wird davon nach Ansicht der Experten keine Ansteckungsgefahr für Griechenland bestehen. Die Politik der griechischen Regierung sowie die Einschätzung der Troika zu den Reformfortschritten bleiben die Hauptrisiken.

Wirtschaftliche Aussichten weiterhin düster

Erst Anfang der Woche haben die EU-Finanzminister die ungeheuren Anstrengungen und spürbaren Erfolge bei der Bekämpfung vom Haushaltsdefizit Griechenlands bescheinigt. Die Troika sieht den größten Teil der für Ende März geforderten Auflagen als erfüllt an. Für Griechenland werden deshalb weitere 7,5 Mrd. Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm frei. Damit wurden 200 von den bereitgestellten 240 Mrd. Euro nach Athen überwiesen. Der griechische Regierungschef ist zuversichtlich. Im griechischen Fernsehen sagte Antonis Samaras: „Wir sind noch nicht aus dem Schlimmsten heraus. Der Fall ist aber gestoppt. Es geht bald wieder bergauf“. Vorerst bleiben die wirtschaftlichen Aussichten allerdings düster. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2013 um 5,3 Prozent eingebrochen. Damit steckt Griechenland im sechsten Rezessionsjahr in Folge. Der private Konsum wird vermutlich durch hohe Arbeitslosigkeit sowie Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen weiter zurückgehen. Für 2014 wird ein Mini-Wachstum von 0,6 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote, die dieses Jahr einen Rekordwert von 27 Prozent erreichen wird, soll dann auch fallen.

Rückschlagpotential von Griechenland Anleihen gestiegen

Wie schnell sich die griechischen Anleihen erholen bleibt abzuwarten. Die Empfehlung zum Kauf ist bereits überholt. Nach den jüngsten positiven Meldungen ist der Kurs für Griechenlands Anleihen zwischendurch auf 65 Prozent gestiegen. Der Kurs ist wesentlich schneller gestiegen, als sich das Land erholt hat. Für Anleger ist das Rückschlagpotential wieder gestiegen.

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