Die Internet-Währung Bitcoin ist umstritten und hat sehr zum Leidwesen der Besitzer gezeigt wie instabil sie sein kann. Zuletzt hat Bitcoin sehr großes Interesse auf sich gezogen, was zu starken Kursschwankungen geführt hat. Auf der wichtigsten Handelsplattform Mt.Gox hat der Kurs zuerst ein Rekordhoch von 266 Dollar erreicht und ist dann binnen weniger Stunden im freien Fall auf 105 Dollar abgestürzt. Mt.Gox hat erklärt, das Handelssystem hätte den Zufluss von neuen Nutzern nicht verarbeiten können und hätte deshalb einen Aussetzer gehabt. Bei den Bitcoin-Besitzern hat dieser Aussetzer eine Panik-Reaktion ausgelöst. Jetzt will Mt. Gox zusätzliche Server zuschalten. In der Nacht darauf hat sich der Bitcoin-Kurs auf ca. 179 Dollar erholt. Zuletzt hat die dezentrale digitale Währung einen massiven Ansturm erlebt. Die Hacker-Währung hat vor einem Jahr noch bei 5 Dollar notiert. Von Skeptikern wird jetzt eine Spekulationsblase befürchtet.

Nutzer erstellen Bitcoins selbst

Die Nutzer erstellen die digitale Währung in einem komplizierten Verfahren selbst. Seit 2009 kursieren Bitcoins. Bis zum Jahr 2140 soll die Gesamtmenge bei 21 Millionen eingefroren werden. Die Hälfte davon wurde bisher erstellt. Der Gesamtwert sämtlicher existierender Bitcoins ist zuletzt bis auf 2,7 Milliarden Dollar geklettert. Die Bitcoin-Anhänger erklären den starken Preisanstieg in den vergangenen Monaten damit, dass immer mehr Menschen genau so eine unregulierte und wertbeständige Währung suchen. Bitcoin funktioniert unabhängig von Regierungen und Zentralbanken. Wie die neuesten Vorfälle zeigen ist auf die Wertbeständigkeit nicht unbedingt Verlass. Zwischen den einzelnen Handelsplätzen schwanken die Bitcoin-Preise stark. Die Wertveränderungen bedeuten zugleich Veränderungen der Bitcoin-Preise durch Verkäufer von Waren. Der reale Wert der Bitcoins hängt aber auch von der Relation zur verfügbaren Menge an Waren ab. Wenn die Einkaufsmöglichkeiten nicht so stark wachsen wie die Menge der Bitcoins kommt es zwangsläufig zu einem Geldüberhang. Bitcoins sind letztendlich nichts anderes als eine begrenzt konvertible Währung, mit denselben Problemen wie andere Währungen. Sie würde durch die automatische Steuerung der Menge immer Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation nehmen. Die Geldmenge würde zudem ab 2140 zusehends restriktiver werden.

Handelsprobleme bei Bitcoins keine Seltenheit

Immer wieder kommt es bei Bitcoins zu Handelsproblemen. Das hat den zweitgrößten Bitcoin-Markt Tradehill im Februar zum Einstellen der Handelsaktivitäten bewogen. Die Kundengelder wurden alle zurückgegeben. Das Unternehmen hat massive Verluste verbucht und die Mitarbeiter arbeiteten monatelang ohne Bezahlung, weil die Probleme mit den Zahlungsdienstleistern zugenommen haben. Dahinter haben Bitcoin-Anhänger eine Verschwörung der Bankenbranche vermutet. Hacker ließen den Kurs der Bitcoun im Jahr 2011 auf Mt. Gox kurzfristig auf 1 Cent fallen. Der Marktplatz Bitomat verlor den Zugriff auf 17.000 Bitcoins und musste sich deshalb zum Verkauf stellen. Mehr als 78.000 Bitcoins sind verschwunden nachdem MyBitcoin nach einem Hack aufgeben musste. 24.000 Bitcoins wurden 2012 durch einen Hack gestohlen, wodurch der Marktplatz Bitfloor die Aktivitäten vorübergehend einstellen musste.

Bildquelle: © Gerd Altmann / pixelio.de

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